KAPITEL 3: Unsere Aufgabe


Gott erwartet Zuverlässigkeit

„Von Verwaltern verlangt man vor allem Zuverlässigkeit.“

1Korinther 4:2

Praktische Übungen

Bereiten Sie die Besitzurkunde vor

Füllen Sie das Formular „Meine finanziellen Ziele“ aus

Zum Auswendiglernen

1Korinther 4:2 „Von Verwaltern verlangt man vor allem Zuverlässigkeit.“

Lesen Sie das Gleichnis von den Verwaltern in Matthaus 25:14-30. Was sagt es über:

Lesen Sie noch einmal das Gleichnis aus Matthaus 25:14-30. Was sagt es über:

Praktische Schritte

Tragen Sie bis zum nächsten Mal Ihre Gebetsanliegen in die Gebetsliste ein.

Inhalt

  • Eigentums-Anerkennung
  • Finanzielle Ziele

Eigentums-Anerkennung

Damit es Ihnen leichter fällt, Gott als rechtmäßigen Eigentümer anzuerkennen, haben Sie in dieser Lektion die Möglichkeit, die Rechte an Ihrem Besitz an Gott zurückzugeben und Ihre Rolle als Verwalter einzunehmen. Wir verstehen dabei Gott als Eigentümer aller Dinge, das heißt als den- jenigen, der über alles die Verfügungs- und Nutzungsgewalt, die rechtliche Herrschaft hat. Der Mensch hingegen ist nur der temporäre Besitzer oder Verwalter dieses göttlichen Eigentums, also derjenige, der als Delegierter die tatsächliche Herrschaft über diese Güter im Sinne des Eigentümers wahrzunehmen hat. Beachten Sie den Unterschied zwischen Eigentümer und Besitzer.

Wir verwenden dazu eine Besitzurkunde, wie sie häufig bei einem Besitzwechsel ausgefüllt wird. Natürlich ist diese Urkunde rechtlich nicht bindend. Sie ist zu Ihrer alleinigen Verwendung bestimmt und bleibt in Ihren Händen. Das Ausstellen hilft Ihnen aber, das Loslassen Ihrer Eigentumsansprüche an einem konkreten Datum festzumachen.

Hier ein paar Punkte, die Ihnen beim Ausfüllen helfen:

  1. Tragen Sie oben das Datum ein und setzen Sie an der vorgesehenen Stelle Ihren Namen ein (Sie sind es, der die Rechte auf eine andere Person überträgt).
  2. Beten Sie darüber, welche Dinge Sie Gott ganz speziell übereignen wollen, und tragen Sie diese Dinge in den freien Raum in der Blattmitte ein.
  3. Rechts unten sind zwei Zeilen für Ihre eigene Unterschrift und die Ihres Partners/Ihrer Partnerin vorgesehen, falls Sie verheiratet sind. Wenn Sie wollen, können Sie eine oder mehrere Personen aus der Gruppe bitten, die Urkunde als Zeuge(n) mit zu unterzeichnen.

Der Kern dieses Kurses ist die Herzensentscheidung, welche Sie mit diesem Dokument zum Aus- druck bringen: „Ich will ein Verwalter sein – ein treuer noch dazu.“ Es ist gut möglich, daß Sie zwar bereit sind, dies intellektuell zu entscheiden, daß Sie aber in Ihrem Herzen noch Fragen und Ängste daran hindern, die Urkunde wirklich aus tiefster Überzeugung zu unterschreiben. Dann warten Sie noch ein wenig zu, unter gleichzeitigem Gebet und Nachdenken darüber, was Sie noch hindert. Möge Gott Ihnen die tieferen Gründe zeigen. Der Kommentar dieser Lektion wird Ihnen in dieser Entscheidung weitere Hilfestellungen geben.

Sie sollten sich vor jedem Kursabend fragen, ob Sie nun diesen Glaubensschritt tun können. Beenden Sie auf keinen Fall den Kurs, ohne die Entscheidung getroffen zu haben: „Mache ich den Schritt oder nicht?“ Es ist auf jeden Fall ein befreiender Schritt!

Finanzielle Ziele setzen

Wenn Sie sich finanzielle Ziele setzen, dann hilft Ihnen das zu erkennen, was Ihnen wirklich wichtig ist. Am besten gehen Sie folgender Maßen vor:

1. Füllen Sie das Formular „Eigentumserklärung“ aus.

Wir empfehlen Ehepaaren, daß jeder Partner ein eigenes Blatt ausfüllt. Vergleichen Sie Ihre Ziele und übertragen Sie diese anschliessend auf ein einziges Formular.

2. Fragen Sie Gott, ob er Ihre Ziele unterstützt.

Haben Sie nicht nur Ihre aktuelle Situation im Auge. Denken Sie daran, daß bestimmte Aufgaben in Gottes Bereich fallen und andere in Ihren. Ihre Aufgabe ist es, ehrlich und zuverlässig zu sein. Gottes Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, daß Sie alles haben, was Sie zum Leben brauchen, und die Güter nach seinem Ermessen auszuteilen. Versuchen Sie, Gottes Absichten zu erkennen, wozu er Ihnen diese Güter gegeben hat.

3. Manche Ihrer Ziele sind vielleicht reine „Glaubensziele“;

d.h. Sie müssen sich darauf verlassen, daß der Herr für Sie sorgt. Ordnen Sie Ihre Ziele nach Prioritäten. Wahrscheinlich lassen sich nicht alle in derselben Zeitspanne verwirklichen. So können Sie vielleicht erst dann anfangen, etwas für den Ruhestand zurückzulegen, wenn die Kinder mit der Ausbildung fertig sind.

4. Stecken Sie Ihre Ziele für das kommende Jahr nicht zu hoch.

Es ist besser, sich drei Ziele zu setzen, die man auch erreichen kann, als zehn Ziele zu formulieren und dann frustriert erkennen zu müssen, daß sie unerreichbar sind.

Ziele können sich ändern, je mehr man von Gottes Absicht und biblischen Finanzprinzipien versteht. Deshalb später noch einmal aktualisieren.

Heute möchten wir zwei wesentliche Dinge aufzeigen:

1. Wo stehe ich in meiner Beziehung mit Gott?

  • Wo bist du Gott?
  • Gott persönlich kennenlernen

2. Wie kann ich in dieser Beziehung ein treuer Verwalter sein?

  • Haben oder Sein?

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Inhalt

  • Ewiger Gewinn
  • Wo bist du Gott?
  • Gott persönlich kennenlernen
  • Haben oder Sein?
  • Treuer Verwalter sein

EWIGER GEWINN

Ein junger Immobilienmakler traf sich regelmäßig einmal pro Woche mit ein paar jungen Ge- schäftsleuten, die wegen ihres Scharfsinns und ihrer Energie großen Eindruck auf ihn machten. Doch mehr noch faszinierte ihn ihre Lebensqualität. Er wußte nicht, was es war, was sie hatten, aber auf jeden Fall wollte er das auch.

Der Makler Howard Dayton, der spätere Gründer von Crown Financial Ministries und COMPASS, war damals Mitbesitzer eines gut gehenden Restaurants. Er hatte eine nette Frau und ein schönes Haus – eigentlich alles, was er sich zu seinem Glück wünschte, und hätte auf das Erreichte stolz sein können, aber er war weder glücklich noch stolz. Irgendetwas fehlte in seinem Leben. Er war erstaunt, wie offen seine neuen Freunde über ihren Glauben an Gott sprachen. Zwar war auch er als Kind mit den Eltern in die Kirche gegangen. Aber das, wovon sie redeten, schien ihm zu fehlen – eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus.

Ein Freund erklärte ihm, wie es zu einer solchen Beziehung kommen kann, und erläuterte ihm verschiedene biblische Wahrheiten, die er bis dahin nicht verstanden hatte.

Gott liebt uns und möchte, daß wir ihn kennen lernen. Er gibt unserem Leben einen Sinn. Gott hat den Menschen als sein Ebenbild erschaffen. Er möchte mit jedem Einzelnen eine persönliche Beziehung eingehen. Auf diesem Weg zu Gott gibt es verschiedene Phasen:

  • Die einen lehnen Gottes Existenz komplett ab.
  • Andere öffnen sich, indem sie realisieren, daß Gott bereits Spuren in ihrem Leben hinterlassen hat und fragen ihn: „Wo bist du Gott? Offenbare dich mir.“
  • Wiederum andere erkennen, daß sie nur noch mit Gott leben wollen und bitten Jesus Christus, als ihr persönlicher Erlöser in ihr Leben zu treten.

Entdecken Sie in den folgenden Abschnitten, wo Sie selbst stehen und prüfen Sie, ob Sie offen sind, sich eine Stufe weiter zu öffnen oder was dabei im Wege steht.

Wer sich seines Lebens mit Gott schon ganz gewiß ist, kann mit Lesen direkt beim Titel „Treuer Verwalter sein“ weiterfahren.

WO BIST DU GOTT? *)

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*) mit freundlicher Genehmigung von Campus für Christus e.V. Gießen

1 Gottes Spuren finden

Gottes Spuren in der Natur

„Gott ist zwar unsichtbar, doch an seinen Werken, der Schöpfung, haben die Menschen seit jeher seine göttliche Macht und Größe sehen und erfahren können.“ Romer 1:20a

Gottes Spuren im Menschen

In den guten Seiten des menschlichen Wesens und der zwischenmenschlichen Beziehungen spiegelt sich die Liebe des Schöpfers. „Gott schuf den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie.“ 1Mose 1:27

Auch unser Gespür für „gut“ und „böse“ kommt von Gott und zeugt von ihm. „Freilich gibt es Menschen, die Gottes Gebote gar nicht kennen und doch danach leben, weil ihr Gewissen ih- nen das vorschreibt.“ Romer 2:14

Gottes Spuren in der Geschichte und in der Bibel

Die Bibel zeigt eindrücklich, wie Gott in die Geschichte eingreift und hineinspricht: In die Weltge- schichte, in die Geschichte der Völker und in die Lebensgeschichte der Menschen. „Immer wieder hat Gott schon vor unserer Zeit auf unterschiedliche Art und Weise durch die Propheten zu unseren Vätern gesprochen. Und jetzt in diesen Tagen sprach er durch seinen Sohn (Jesus Christus) zu uns.“ Hebraer 1:1-2

2 Über Gottes Liebe nachdenken

Gott kennt und liebt uns

„Herr, du erforschst mich und kennst mich. Ob ich sitze oder stehe, du weißt es, du verstehst meine Gedanken von ferne.“ Psalm 139:1-2

„Gnädig und barmherzig ist der Herr, geduldig und reich an Liebe.“ Psalm 145:8

Gott will unsere Sehnsucht nach sinnerfülltem Leben stillen

„Du zeigst mir den Weg zum Leben. Deine Nähe erfüllt mich mit Freude; aus deiner Hand kommt ewiges Glück.“ Psalm 16:11

3 Gott im Gebet suchen

Oft suchen wir Gott nicht, weil wir vom Leben enttäuscht worden sind. Gott lädt uns jedoch ein, im kindlichen Vertrauen mit unseren Sorgen, Problemen und ungelösten Fragen zu ihm zu kommen. Jesus spricht: „Bittet, so wird euch gegeben. Sucht, so werdet ihr finden. Klopft an, so wird man euch die Tür öffnen.“ Lukas 11:10

Gott greift zwar nicht immer so ein, wie wir es uns wünschen. Er löst nicht immer alle unsere Probleme. Aber wer betet, erfährt: Gott nimmt mich in meinen Bedürfnissen ernst und tut mir Gutes, weil er mich liebt.

Beten – wie?

Wir können mit Gott ganz natürlich sprechen. Wir dürfen mit allen Fragen, Sorgen und Problemen zu ihm kommen. Wenn Sie die Frage beschäftigt „Wo bist du, Gott?“, können Sie beispielsweise so beten:

„Gott, du läßt uns deine Spuren sehen. Wenn es wahr ist, daß es dich gibt, laß mich dich er- kennen. Wenn du dich durch Jesus Christus gezeigt hast, begegne mir. Zeige mir, wie du wirklich bist, und hilf mir, dein Reden zu verstehen. Ich bringe dir auch besonders das folgende Problem... Danke, daß du mir deinen Weg zeigst. Amen.“

Gott begegnen

Vielleicht befinden Sie sich in einer Zeit der Suche:

  • Einer Suche nach Gott, von dem Sie sich weit entfernt fühlen.
  • Oder Sie gehören zwar zu Ihrer Kirche, leben mit, doch ohne je ganz zuinnerst von Gottes Nähe berührt worden zu sein.

In diese Offenheit des Suchens verspricht Jesus Christus: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in seiner Fülle haben.“ Johannes 10:10

GOTT PERSÖNLICH KENNENLERNEN

1 Denken Sie, dass Gott uns kennt - und liebt?

Das biblische Menschenbild

Die Bibel zeigt, daß Gott jeden einzelnen Mensch mit einem einzigartigen Design geschaffen hat, das in der Beziehung mit ihm zur vollen Entfaltung kommen soll. Gott hat in uns seine Wesenszüge hineingelegt. In unserer Fähigkeit zu lieben, du denken, zu handeln usw. sind wir sein Abbild.

„Laßt uns den Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich.“ 1Mose 1:26

„Ich danke dir, daß ich auf eine erstaunliche, ausgezeichnete Weise gemacht bin.“ Psalm 139:14

2 Was ist schiefgelaufen?

Wenn wir unser Leben anschauen, werden wir wahrscheinlich spüren, wie wenig „heil“ es in vielen Bereichen aussieht:

  • Enttäuschungen, oft schon in der Kindheit,
  • Verletzungen, die wir von anderen Menschen erfahren haben,
  • Eigenes Fehlverhalten

haben das Abbild Gottes in uns entstellt, unser Vertrauen zu Gott blockiert. Und wir spüren oft: Wie sehr wir auch das Glück suchen (durch Esoterik, Philosophie, Aktivitäten, Beziehungen usw.), wir können es doch nicht gewinnen.

Unser blockiertes Vertrauen zu Gott

Gleichzeitig sind wir Gott gegenüber mißtrauisch, selbstgerecht, gleichgültig, ablehnend oder leben nach dem Motto „Ich mach, was ich will!“ Diese Haltung nennt die Bibel Sünde.

Die Folge davon sind gestörte Beziehungen zu anderen Menschen und zu sich selbst. Verletzungen, Unterdrückung, Missbrauch, Schuld zwischen Menschen, aber auch Sinnleere und Orientierungs-losigkeit haben ihre Wurzel in der blockierten Beziehung zu Gott.

Gott möchte uns begegnen

Gott möchte jedoch, daß wir ihn erkennen und eine persönliche Beziehung zu ihm aufbauen können. Was Gott als erstes von jedem von uns erhofft, kommt in den folgenden Worten zum Ausdruck: „Liebe Gott den Herrn, von ganzem Herzen, mit ganzer Hingabe und mit deinem ganzen Verstand. Das ist das erste und wichtigste Gebot. Das zweite aber ist ihm gleich: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Matthaus 22:37-39

3 Wie wird Gott für uns „erfahrbar“?

Gott wird Mensch

Die Bibel zeigt, wie Gott uns Menschen unermüdlich sucht, auch da wo wir ihn nicht verstehen oder ihm die kalte Schulter zeigen. Um uns gewinnen zu können, um uns greifbar zu machen, wie er ist, wurde Gott in Jesus Christus Mensch.

Jesus lebte dreißig Jahre verborgen mitten unter den Menschen in Nazareth. In seinem öffentlichen Wirken sprach er zu den Menschen vom neuen Leben: „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe, kehrt um und glaubt an das Evangelium.“ Markus 1:15

Jesus heilte und befreite Menschen

Als Zeichen dieses neuen Lebens heilte Jesus Menschen von Krankheiten und befreite sie von ne- gativen Bindungen. (Apostelgeschichte 10:38)

Jedes Wort, jede Geste von ihm war Ausdruck der Liebe Gottes für die Menschen. Aber die Menschen verstanden ihn nicht, verrieten ihn, forderten seinen Tod am Kreuz.

Jesus starb für uns

Jesus gab sich in ihre Hände und starb stellvertretend für uns. Durch diese Hingabe am Kreuz sind wir erlöst. „Christus ist ein für alle Mal für die Schuld der Menschen gestorben. Er, der Schuldlose, starb für die Schuldigen. Das tat er, um euch den Weg zu Gott freizumachen.“ 1Petrus 3:18

Jesus ist von den Toten auferstanden und lebt

„Christus ist für unsere Sünden gestorben ... er ist begraben und am dritten Tag vom Tod auf- erweckt worden, so wie es in den Schriften vorausgesagt war. Darauf hat er sich Petrus gezeigt, dann dem ganzen Kreis der Jünger. Später sahen ihn über fünfhundert Brüder auf einmal.“ 1Korinther 15:3-6

Jesus ist der Weg

Seine Auferstehung bestätigt, daß Jesus Christus Gottes Sohn ist. Jesus hat alles Todbringende, alles was uns von Gott trennt, in seinen Tod hineingenommen. Durch seine Auferstehung eröffnet er allen, die an ihn glauben, den Zugang zu Gott.

Wie zu Thomas, so sagt Jesus zu uns: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater außer durch mich.“ Johannes 14:6

„Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, daß er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.“ Johannes 3:16

4 Was für eine Beziehung haben Sie zu Jesus Christus?

Jesus möchte auch jeden von uns in seine Nähe rufen: Vielleicht haben wir bisher darauf reagiert, wie viele Menschen damals, indem wir

  • die Einladung überhörten,
  • unsere eigenen Pläne vorzogen und durchsetzten,
  • mit unzähligen anderen Beziehungen, Angeboten Philosophien oder pseudoreligiösen Praktiken unser Leben ausfüllten.

Was sagt unser Herz?

Jesus sucht unser Herz, doch er drängt sich uns nicht auf. Sein Herz steht weit offen - mit einer Frage an jede und jeden von uns: „Öffnest du mir dein Herz? Läßt du mich deine Vorbehalte in dir verwandeln in ein Ja? Deine Angst in Vertrauen?

Jesus sagt: „Ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wer meine Stimme hört und mir öffnet, bei dem werde ich eintreten, und wir werden Mahl halten, ich mit ihm und er mit mir.“ Offenbarung 3:20

Das Wort Glauben meint eigentlich: Jesus Christus die Tür öffnen

Glauben heißt:

  • Gott eintreten lassen in mein Leben, ihm darin den ersten Platz geben,
  • Hineinwachsen in eine existentielle Beziehung zu ihm,
  • nicht nur ein „Für-wahr-Halten“ von Lehrsätzen oder Schriftworten, sondern ein lebendiges „Zu-Gott-Gehören“.

Die folgenden Zeichnungen zeigen zwei Lebenseinstellungen:

Welche Lebenseinstellung trifft eher auf Sie zu?

Welche Lebenseinstellung würden Sie bevorzugen?

Gott im Gebet suchen

Vielleicht ist Ihnen die existentielle Bedeutung des christlichen Glaubens bewußt geworden, sodaß Sie nach einem Weg suchen, wie auch Sie mit Ihrem Leben in eine bewußte Beziehung zu Gott treten können.

Sie können es ganz schlicht in ihren eigenen Worten versuchen. Wenn Sie ganz aus dem Herzen reden wie mit einem Freund, wird Ihr Gebet auch das Herz Gottes berühren. Vielleicht können Ihnen auch folgende Worte eine Hilfe sein:

„Mein Herr und mein Gott, ich danke dir, daß du mich liebst und in Jesus Christus Mensch geworden bist. Ich öffne dir mein Herz als meinem Gott und Erlöser. Vergib mir meine Schuld. Danke, daß du mir alles vergeben hast, weil Jesus Christus für mich am Kreuz gestorben ist. Bitte komm in mein Leben! Heile du alle Wunden meines Lebens, und verändere mich durch deinen Heiligen Geist so, wie du mich haben willst.

Ich danke dir, daß du dieses Gebet erhört hast. Amen.“

Was geschieht, wenn Sie Ihr Leben Jesus Christus anvertrauen?

  • Jesus Christus wird Herr über Ihr Leben. Johannes 20:28
  • Er vergibt Ihnen Ihre Schuld. Kolosser 1:14
  • Er schenkt Ihnen Geborgenheit, Freude und Hoffnung. Romer 14:17
  • Sie werden ein Kind Gottes und dürfen zu Gott „Vater“ sagen. Matthaus 6:9
  • Sie erfahren die Kraft des Heiligen Geistes. Apostelgeschichte 2:38
  • Sie beginnen, an dem sinnerfüllten Leben, für das Gott Sie geschaffen hat, teilzuhaben. Johannes 10:10

Das christliche Leben ist ein Wachstumsprozess. Immer mehr wird jeder Tag für Sie zu einer be- sonderen Erfahrung mit Gott. Dafür ist es jedoch absolut wichtig, daß Sie die Realität von Gottes Heiligem Geist kennen lernen, der Sie erfüllen, führen und bevollmächtigen will.

TREUER VERWALTER SEIN

Der Begriff, der unsere Rolle am besten umschreibt, lautet Verwalter oder Treuhänder. Das aus dem Griechischen stammende Wort dafür lautet ‚Ökonom’ und kann mit Verwalter, Treuhänder, Meister über das Haus oder Vermögensverwalter übersetzt werden. In der Bibel kommt dem Verwalter eine wichtige Stellung zu. Er ist nach dem Hausherrn die oberste Instanz und allein verantwortlich für dessen Güter und Geschäfte. Wenn wir in die Bibel schauen, dann sehen wir, daß Gott, unser Herr, uns dieselbe Verantwortung übertragen hat wie einem Verwalter. „Du hast ihm den Auftrag gegeben, über deine Geschöpfe zu herrschen. Alles hast du ihm zu Füßen gelegt.“ (Psalm 8:7)

Haben oder Sein?

„Gott aber kann machen, daß ihr allezeit, allewege, volle Genüge habt und überaus reich seid zu jedem weiteren guten Werk.“ (2Korinther 9:8)

Gott verheißt uns in seinem Wort, der Bibel, kein problemfreies Leben. Aber er bietet uns einen Weg an, wie wir zu einem materiell und emotional sorgenfreien Umgang mit all den Herausforderungen des Lebens finden werden. Wir werden dabei nicht nur für uns selbst genug haben, sondern großzügig auch anderen gegenüber leben können. Wie wir zu dieser Lebensqualität finden, davon handeln die folgenden Gedanken.

Ewige Eigentumsverhältnisse

Gott schuf den Menschen als Ebenbild seines Wesens, als ein Gegenüber, das in Partnerschaft mit ihm über die Schöpfung regieren sollte. (1Mose 1:26-27)

„Und Gott, der Herr, nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, ihn zu bebauen und ihn zu bewahren“ (1Mose 2:15).

Gott als Eigentümer des ganzen Universums gab dem Menschen das Paradies zum Besitz und übertrug ihm die zweifache Verwaltungsaufgabe des Bebauens und Bewahrens. Dazu versorgte er als liebender und freigebiger Schöpfer den Menschen mit allem, was er nötig hatte. Die Aufgabe des Bebauens nahm der Mensch erfolgreich wahr. In der Bewachung des Paradieses jedoch ließ er sich überraschen: Satan brachte ihn dazu, die einzige Vorschrift zu brechen, die Gott ihm bei aller Freiheit gemacht hatte. Denn er ließ sich verleiten, vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse zu essen. Im Baumtest hätte er die Chance gehabt, Respekt vor dem Schöpfer und seinen Anweisungen zu zeigen. Doch mit seinem freien Willen entschied er sich, den Worten Satans mehr zu glauben als jenen Gottes und auch entsprechend zu handeln.

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Wenn wir in die Bibel schauen, sehen wir, daß Gott uns dieselbe Verantwortung übertragen hat wie einem Verwalter.

Die verlorenen Rechte

Das hatte fatale Folgen: Mit der Vertreibung aus dem Paradies wurde dem Menschen rechtlich ge- sehen das Besitzrecht am Garten Eden entzogen. Und damit verlor er auch die spielerische, fast kindliche Versorgung durch den Schöpfer und seinen Garten. War er vorher als Gärtner und Wächter Teil von Gottes Familie und hatte Anteil an seiner göttlichen Versorgung, wurde er nun auf sich allein zurückgeworfen. Seine Nahrung war nicht mehr länger garantiert, er mußte nun hart dafür arbeiten. Land, Grund und Boden wurden sowohl zur Basis der Arbeit als auch zur Grundlage, woher nun alles Hab und Gut kam. Darüber hinaus hatte nun Satan anstelle des Menschen die Verwalterstellung auf Erden eingenommen. Adam hatte gewählt und seine Nachkommen sind nun gezwungen, in einer Knechtsstellung gegenüber ihrem neuen Meister zu leben. Schnell zeigte sich, daß sie auch in Gesinnung und Wesen ihrem neuen Herrn ähnlich wurden (Epheser 2:1-3).

Der Kniefall entscheidet

Das illustriert ein universales Prinzip: Welcher Autoritätsperson der Mensch glaubt – und es durch die Tat beweist –, der ist er rechtlich zugeordnet. In deren Namen darf er tätig sein und deren Handlungsspielraum genießen - und von dessen Wesen wird er wiederum geprägt werden. Die Bibel zeigt, daß der Mensch immer unter einer Herrschaft stehen muß; es gibt keine neutrale Zone. Daß dies sogar für Jesus galt, lesen wir zu Beginn der Evangelien. In seiner 40-tägigen Wüstenzeit bereitete sich Jesus auf seinen Auftrag vor. Dabei wurde er vor dieselbe Prüfung gestellt, wie Adam am Anfang der Menschheitsgeschichte: Satan offerierte ihm alle Reiche und Herrlichkeit der Welt mit den Worten: „Diese ganze Macht will ich dir geben, denn sie ist mir übergeben, und ich gebe sie, wem ich will. Bete mich an, und alles ist dein“ (Lukas 4:6). Ganz offensichtlich hatte und hat Satan heute noch die Autorität, Land, Macht und Geld an jene zu verteilen, die den Kniefall vor ihm absolvieren, denn Jesus widersprach seinem Anspruch nicht, daß ihm alle Reiche der Erde gehören.

Die Erlösung

Was konnte der Mensch nun tun, nachdem er seine Rechte verloren hatte? Er konnte sie nur durch einen erneuten Herrschaftswechsel zurückgewinnen. Und das war und ist nur möglich, wenn der Mensch sich wieder Gott zuwendet. Diese Zuwendung nennt die Bibel „Glauben“. Schon Abraham wurde es zur persönlichen Gerechtigkeit gerechnet, daß er Gottes Worten glaubte und im Vertrauen danach handelte. Als Folge davon erhielt er damals als erster Mensch seit dem Sündenfall von Gott zeichenhaft das ausdrückliche Besitzrecht an einem Stück Land. In der gleichen Weise handelte Jesus 2000 Jahre später. Er widerstand dem satanischen Angebot von Reichtum und Macht und erklärte: „Du sollst dem Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.“ Jesus machte keinen Kniefall vor Satan. Im Gegenteil, der Sohn Gottes schuf durch seinen Tod am Kreuz und durch die Auferstehung eine ganz neue Ausgangslage, die von da an für alle gelten sollte, die an ihn glaubten.

Jesus ist in den Riss zwischen Mensch und Gott getreten. Er hat unseren Pachtvertrag mit Satan aufgelöst und alle unsere Schuldscheine vor Gott zerrissen, damit wir Menschen wieder direkt mit Gott verbunden sein und unter seiner Herrschaft leben können (Kolosser 2:13-15). Der himmlische Vater wußte, daß kein Mensch aus eigener Kraft und Gerechtigkeit zu ihm zurückkommen kann. Darum kam Gott selbst, in der menschlichen Gestalt von Jesus Christus, holte uns heraus, wo wir gefangen waren, und kaufte uns durch Jesu Blut, durch sein Leiden und Sterben, aus der Macht Satans los.

Der neue Vertrag

Durch den Tod von Jesus Christus ist das Entscheidende möglich geworden: Der Mensch muß nicht mehr länger als Pächter und Knecht in Satans Diensten stehen. Er kann wieder als Kind des Himmlischen Vaters Anteil an dessen unbeschränkter Versorgung bekommen! Wenn ein Mensch durch den Glauben an Jesus Christus den Herrschaftswechsel von Satan zu Gott vollzieht, dann wird er Gott wieder legal überschrieben. Er wird zum Eigentum Gottes und gehört ihm zu hundert Prozent mit allem, was er hat und kann. Einschließlich seiner Schulden, seiner unbeglichenen Rechnungen, Fehlinvestitionen und anderen Defiziten und ebenso seiner Begabungen, Fähigkeiten und Möglichkeiten sowie mit all seinem Hab und Gut, seinem Besitz, seinem Gehalt, seinen offenen und versteckten Sparbüchern, Prämien und Notgroschen. Diese Verbundenheit mit Gott und Versorgung durch den Schöpfer kann der Mensch aber nur erleben, wenn er Jesus nicht nur als Erlöser sondern auch als Herrn all seiner Lebensbereiche annimmt.

Wem diene ich?

Und gerade diesen Sachverhalt hat Jesus sehr klar auf den Punkt gebracht: Unser Vertrauen auf Gott ist vor allem am Umgang mit unserem Hab und Gut zu erkennen. Jesus warnte seine Nachfolger deutlich: „Niemand kann zwei Herren dienen: Entweder er wird den einen hassen und den anderen lieben oder er wird an dem einen hängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon“ (Matthaus 6,24).

Bis heute besteht die von Jesus für alle Menschen ausgesprochene Mahnung: Wenn Gott nicht Herr über den Besitz eines Menschen sein darf, dann kann Gott auch nicht Herr dieses Menschen sein! Ein Gott so mißtrauender Mensch dient Gott nicht uneingeschränkt und bedingungslos und wird als Folge die himmlische Versorgung auch nicht in der vorgesehenen Fülle erfahren. Dies führt letztlich zu noch mehr Mißtrauen gegenüber Gott.

Haben oder Sein

Bis heute ist es so: Geld regiert die Welt. Ganz offensichtlich ist Mammon einer der Weltherren, einer dieser mächtigen und gewaltigen Himmelsfürsten, die Paulus erwähnt und gegen die wir den guten Kampf des Glaubens kämpfen müssen, um ganz frei für Gott zu werden. Satan verkörpert nicht nur das Antigöttliche und Böse, sondern durch den Mammon auch das Prinzip des Habens. Er ist der Gott des materiellen Konsums. Seine Botschaft lautet: „Mehr ist besser!“ und „Geld macht glücklich!“. Dadurch festigt er seine Macht über die Menschen, indem er ihnen Sicherheit und persönliches Wohlergehen vorgaukelt, aber sie gerade dadurch versklavt hält.

Jesus hingegen repräsentiert das Prinzip der Liebe, des Seins. Er ist gekommen, um uns ein Le- ben in der Verbundenheit mit Gott, der Quelle des Lebens, zu ermöglichen. Ein Leben des kindlichen Empfangens und Gebens - so wie es im Anfang gedacht war. Ein Leben, das geprägt ist von einer offenen Gesinnung des Teilens und des Sich-Verschenkens. Diese Gesinnung des Seins in Gott läßt sich nicht durch das Haben verführen, sondern erfährt ihre Kraft dadurch, daß sie an die einzige, ewig sprudelnde Quelle angeschlossen ist.

Aufsteigen durch niederknien

Die Frage ist: Möchte ich dieses Leben? Jeder Mensch ist zu diesem Wechsel zurück zu Gottes allumfassender Herrschaft herausgefordert. Jeder von uns muß Gott seine persönliche Antwort geben. Zu diesem Herrschaftswechsel gehören folgende Aspekte:

  • Ich erkenne an, daß nicht ich es bin, der Gott und einen Platz im Himmel ergreifen könnte, sondern daß ich selbst Ergriffener bin und daß Gott mich durch Jesus Christus frei gekauft und zum Eigentum genommen hat.
  • Ich bekenne, daß ich Pächter beim falschen Herrn war und räume Gott die vollumfängliche Rechte über mein Leben ein - auch über all mein Hab und Gut.
  • Ich respektiere die in der ursprünglichen Schöpfungsordnung vorgesehenen Eigentumsverhält- nisse und nehme den treuhändischen Auftrag des Bebauens und Bewachens an.
  • Ich anerkenne, daß ich nicht juristischer Eigentümer meiner anvertrauten Güter bin, sondern als Kind und Erbe temporärer Besitzer geworden bin, um als Treuhänder und Verwalter mein Bestes zu unternehmen, damit Gottes Reich der Liebe und teilenden Gesinnung wächst.

Jesus sagte: „Ihr seid meine Freunde, wenn ihr alles tut, was ich euch gebiete. Ich nenne Euch nicht mehr Knechte, denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Euch aber habe ich Freunde genannt, weil ich alles, was ich von meinem Vater gehört habe, Euch kundgetan habe.“ (Johannes 15:13-15)

Ein persönliches Gebet

Das folgende Gebet kann Ihnen eine Hilfe auf diesem Weg sein:

Eine Empfehlung

Bringen Sie in einem schriftlichen Willensentscheid zum Ausdruck, daß Sie ab heute im Umgang mit Geld und Besitz nach Jesu Gesinnung leben möchten. Dazu dient zum Beispiel die Besitz-Urkunde im Praxisteil dieses Kapitels.

Und halten Sie sich täglich die gewaltige Verheißung vor Augen: „Alles ist euer, ihr aber gehört Christus, Christus aber ist Gottes.“ (1Korinther 3:23)

Wenn Sie dieses Gebet zu Ihrem eigenen gemacht haben, verstehen Sie sich selbst als Befreiter und Beschenkter in Jesus Christus und darüber hinaus als Verwalter, der alles, was er ist und hat, für Gott einsetzt. Dazu gehört die persönliche Umsetzung des Erkannten und ebenso wichtig, das Vermitteln der Botschaft an andere Menschen. Nicht nur die Botschaft von der Erlösung, sondern auch das Leben als treuer Verwalter für den liebenden und versorgenden Herrn. So können andere Christen dieselbe Freiheit erfahren und das Reich Gottes wird mächtig gefördert. Machen Sie sich eine Liste von fünf Personen, denen Sie davon erzählen möchten und beten Sie für von Gott geführte Möglichkeiten. Wir können Sie dabei mit diversen Hilfsmitteln unterstützen.

Wir sollen zuverlässig sein

„Von Verwaltern verlangt man vor allem Zuverlässigkeit.“ (1Korinther 4:2) Damit wir zuverlässig sein können, müssen wir jedoch zuerst einmal wissen, was von uns erwartet wird. So wie wir nach dem Kauf eines neuen Gerätes die Gebrauchsanweisung des Herstellers studieren, damit wir es richtig bedienen können, so müssen wir das „Handbuch des Schöpfers“, die Bibel, studieren, damit wir wissen, was er im Blick auf die Verwaltung seiner Güter von uns erwartet. Zwei Aspekte sind dabei besonders wichtig:

Zuverlässigkeit im Blick auf das, was wir empfangen haben.

Gott erwartet zunächst einmal, daß wir zuverlässig sind, egal was und wie viel er uns anvertraut. Das Gleichnis von den Verwaltern veranschaulicht dieses Prinzip: „Es ist wie mit einem Mann, der auf Reisen ging: Er rief seine Diener und vertraute ihnen sein Vermögen an. Dem einen gab er fünf Talente Silbergeld, einem anderen zwei, wieder einem anderen eines, jedem nach seinen Fähigkeiten.“ (Matthaus 25:14-15, EÜ) Bei seiner Rückkehr verlangte er von ihnen Rechenschaft.

Achten wir einmal darauf, mit welchem Lob er den Verwalter bedenkt, dem er fünf Talente Silber anvertraute: „Sehr gut, du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen, ich will dir eine große Aufgabe übertragen. Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn!“ (V. 21) Interessant ist, daß der Mann, der zwei Talente Silber erhalten hat, dieselbe Belohnung bekommt wie derjenige mit den fünf Talenten (V. 23). Gott belohnt die Treue und Zuverlässigkeit, egal ob uns wenige oder viele Güter, Gaben oder Fähigkeiten anvertraut wurden.

Unsere Aufgabe ist es, treu zu sein, ob wir viel oder wenig haben. Jemand hat einmal gesagt: „Was ich mit einer Million machen würde, wenn ich sie hätte, ist uninteressant. Wichtig ist, was ich mit dem Hunderter tue, den ich in der Tasche habe.“

Unsere Aufgabe ist es, treu zu sein, ob wir viel oder wenig haben.

Zuverlässigkeit in allen Dingen

Zweitens sollen wir mit allem Geld und allen Gütern, die uns zur Verfügung stehen, zuverlässig umgehen. Gott erwartet, daß wir 100 Prozent unseres Besitzes ehrlich und treu verwalten, und nicht nur zehn Prozent. Die Kirche spricht oft nur über zehn Prozent unseres Einkommens, den „Zehnten“, den wir zu spenden bereit sein sollen. Mit den übrigen 90 Prozent gehen darum auch viele Christen nach rein menschlichen Gesichtspunkten um und nicht so, wie es Gottes Wünschen und Vorstellungen entspricht.

Die Folge ist, daß viele Christen eine falsche Einstellung zu ihrem Besitz entwickeln. Dadurch treffen sie dann auch falsche Entscheidungen, die manchmal schmerzhafte Konsequenzen nach sich ziehen. In Hosea 4:6 heißt es: „Mein Volk läuft ins Verderben, weil es den richtigen Weg nicht kennt.“ Viele finanzielle Schwierigkeiten entstehen dadurch, daß wir nicht wissen, was die Bibel zu finanziellen Fragen zu sagen hat, oder ihre Prinzipien nicht befolgen.

Gekannt, geliebt und beauftragt

Gott kennt uns durch und durch. In Hebraer 4:13 heißt es: „Gottes Augen bleibt nichts verborgen; vor ihm ist alles sichtbar und offenkundig. Jeder Mensch muß Gott Rechenschaft geben.“ Und in Psalm 139:1-3: „Herr, du durchschaust mich, du kennst mich durch und durch. Ob ich sitze oder stehe, du weißt es, aus der Ferne erkennst du, was ich denke. … du siehst mich, mein ganzes Leben ist dir vertraut.“ Nichts, was wir denken oder tun, ist dem Herrn verborgen. Unser ganzes Leben, unsere Vergangenheit, die Gegenwart, die Zukunft, liegen vor ihm wie ein offenes Buch. Was für eine Vorstellung!

Die Tatsache, daß uns jemand durch und durch kennt, wäre schrecklich, wenn wir nicht gleichzei- tig wissen dürften, daß Gott uns auch durch und durch liebt. Das ist das Erstaunliche – er kennt uns und er liebt uns.

Wir sind vor Gott verantwortlich

Wie das Gleichnis von den Verwaltern zeigt, wird Gott uns einmal dafür zur Rechenschaft ziehen, wie wir mit dem, was er uns anvertraut hat, umgegangen sind: „Nach langer Zeit kehrte der Herr von seiner Reise zurück und forderte seine Verwalter auf, mit ihm abzurechnen“ (Matthaus 25:19). In 2Korinther 5:9-10 lesen wir: „... möchten wir in jedem Fall tun, was Gott gefällt. Denn einmal werden wir uns alle vor Christus als unserem Richter verantworten müssen. Dann wird jeder das bekommen, was er für sein Tun auf dieser Erde verdient hat, mag es gut oder schlecht gewesen sein.“

Eines Tages wird jeder Christ vor Gott stehen und erklären müssen, wie er mit seinem Geld, sei- nem Besitz und allen Gaben, die er empfangen hat, umgegangen ist. Das sollte uns jedoch keine Angst machen, sondern uns im Gegenteil motivieren, unser Geld wirklich nach biblischen Prinzipien zu verwalten. Halten wir uns doch noch einmal vor Augen, daß jede Entscheidung im Blick auf unsere Finanzen eine geistliche Dimension besitzt. Und wie wir gerade gesehen haben, hat sie sogar ewige Auswirkungen. Verglichen mit der Ewigkeit ist unser Leben hier auf dieser Erde sehr kurz. Aber wie wir uns hier verhalten, hat einen Einfluß darauf, wie wir die Ewigkeit verbringen werden.

Vorteile einer gewissenhaften Verwaltung

Der zuverlässige Verwalter genießt vier Vorteile:

Seine Persönlichkeit wird gefördert

Gott gebraucht Geld, um unseren Charakter zu läutern und uns reifen zu lassen. In seinem Buch Money – the Acid Test („Geld – der Härtetest“) schreibt David McConaugh: „Geld, das gewöhnlichste der zeitlichen Güter, zieht ungewöhnliche und ewige Konsequenzen nach sich. Auch wenn es kaum merklich geschieht, das Geld formt den Menschen, ob beim Einnehmen, beim Ausgeben, beim Sparen oder Spenden. Je nachdem, wie es gebraucht wird, kann es für seinen Besitzer zum Segen oder Fluch werden. Entweder ist der Mensch Herr seines Geldes, oder das Geld wird zu seinem Herrn. Das Geld, so wichtig es für unser Leben ist, dient Jesus Christus als Prüfstein, an dem er den Menschen mißt, und als Werkzeug, mit dem er uns in sein Ebenbild umformen will.“

Die Bibel betrachtet unsere Einstellung zum Geld als Hinweis auf das wahre Wesen eines Men- schen. In der gesamten Bibel besteht ein enger Zusammenhang zwischen der Persönlichkeitsent- wicklung eines Menschen und der Art, wie er sein Geld handhabt. Ja, unser Umgang mit Geld verrät uns geradezu. Er zeigt etwas von unserem Charakter, weil wir unser Geld in der Regel für die Dinge ausgeben, die uns am wichtigsten sind.

„Kleine Dinge sind kleine Dinge. Aber Treue in kleinen Dingen ist etwas Grosses.“

Hudson Taylor

Er lernt Zufriedenheit

Wenn wir uns darüber klar geworden sind, was die Aufgabe Gottes ist, und wenn wir unsere eigene Verantwortung wahrnehmen, dann erfahren wir, was Zufriedenheit ist. „Der Zufriedene ist immer der Reichste“, heißt ein Sprichwort. Vergessen wir nicht, daß letztlich alle Dinge Eigentum unseres himmlischen Vaters sind. Er hat alles in der Hand; er hat versprochen, uns das zu geben, was wir brauchen, und er verteilt die Güter so, wie es ihm klug und richtig erscheint.

Er lernt, seine Finanzen in Ordnung zu bringen

Wenn wir Gottes Prinzipien auf unseren Umgang mit Finanzen anwenden, dann befreien wir uns nach und nach von unseren Schulden, wir geben unser Geld überlegter aus, beginnen gezielter zu sparen und spenden mehr für das Reich Gottes.

Seine Beziehung zu Jesus Christus wird gestärkt

Denken wir noch einmal an die Worte, die der Herr an jenen Mann richtete, der seiner finanziellen Verpflichtung treu nachgekommen war: „Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn!“ (Matthaus 25:21 EÜ) Wenn wir mit den Gütern, die Gott uns anvertraut, zuverlässig umgehen, dann wird unsere Beziehung zu ihm enger und vertrauensvoller.

Doch möglicherweise ist es Ihnen schwergefallen, auf ihre Eigentumsansprüche zu verzichten. Vielleicht haben Sie nicht das Vertrauen, sich völlig auf Gott verlassen zu können. Howard Dayton, dem Gründer von Crown Financial Ministries und COMPASS, ging es jedenfalls früher so. Er sagt von sich selbst, daß es wohl kaum jemanden gab, der schlechter als er mit Geld umgehen konnte und dessen Verhalten in größerem Widerspruch zur Bibel stand. Doch als er begann, die biblischen Prinzipien anzuwenden, erlebte er, wie sich auch seine Beziehung zu Gott veränderte. Jedes einzelne dieser Prinzipien ist dazu da, uns Gott näher zu bringen.

Drei wichtige Punkte

Verschwendung

Wenn wir unser Geld verschwenden, wird Gott uns irgendwann das Vertrauen entziehen. „Ein reicher Mann hatte einen Verwalter. Als ihm erzählt wurde, daß dieser seinen Besitz verschleuderte, stellte er ihn zur Rede: ‚Was muß ich von dir hören? Bring mir deine Abrechnung! Du bist entlassen!’“ (Lukas 16:1-2) Zwei Prinzipien aus diesem Abschnitt gelten auch für uns. Zum einen: Wenn wir unseren Besitz verschleudern, wird das irgendwann bekannt, und wir sind ein schlechtes Zeugnis. „Als ihm erzählt wurde, daß dieser seinen Besitz verschleuderte, … .“ Zweitens: Gott wird uns unsere Aufgabe als Verwalter entziehen, wenn wir das, was er uns anvertraut, verschwenden.

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Ein Geschäftsmann hatte in drei Jahren ein Vermögen erworben. Dann begann er, es völlig un- kontrolliert auszugeben. Zwei Jahre später verkündete er seinen Angestellten, es sei ihm kaum etwas geblieben und sie müssten nun alle den Gürtel enger schnallen. Kurz darauf ging er selbst in die Ferien. Während dieser Zeit ließ er für Tausende von Euro sein bereits reich ausgestattetes Büro renovieren. In seiner Abwesenheit konnte man hin und wieder beobachten, wie die Angestellten sich im neuen Büro versammelten und über sein Verhalten spotteten. Doch es dauerte gar nicht lange, da war der Mann am Ende. Gott hatte ihm das Vertrauen für die Geldverwaltung entzogen. Heute steht er vor dem Bankrott. Das Prinzip gilt also noch heute. Wenn wir die Gaben, die uns anvertraut sind, sinnlos verschwenden, kann es sein, daß wir nichts mehr bekommen.

Treue im Kleinen

Auch das ist ein wichtiges Prinzip, denn Ehrlichkeit läßt sich nicht abstufen. Entweder man ist ehrlich, oder man ist es nicht. „Doch bedenkt: Nur wer im Kleinen ehrlich ist, wird es auch im Großen sein. Wenn ihr bei kleinen Dingen unzuverlässig seid, werdet ihr es auch bei großen sein.“ (Lukas 16:10)

Wie kann man wissen, ob ein Kind mit dem ersten Auto sorgfältig umgehen wird? Wenn man beobachtet, wie es mit seinem Fahrrad umgeht! Wie kann man wissen, ob ein Verkäufer einen wichtigen Kunden gut beraten wird? Wenn man sich ansieht, wie er die „kleinen“ Kunden behandelt. Wenn wir es fertig bringen, in kleinen Dingen treu und zuverlässig zu sein, dann weiß Gott, daß er uns auch Größeres anvertrauen kann.

Hudson Taylor hat einmal gesagt: „Kleine Dinge sind kleine Dinge. Aber Treue in kleinen Dingen ist etwas Großes.“

Treue im Umgang mit dem Besitz anderer

Wie viel uns anvertraut wird, hängt schließlich auch davon ab, wie zuverlässig wir mit dem Besitz anderer umgehen. „Verwaltet ihr das Geld anderer Leute nachlässig, wer wird euch dann das schenken, was euch gehören soll?“ (Lukas 16:12)

Dieser Zusammenhang wird oft übersehen. Ein treuer Christ lieh sich einmal von einem Freund ein Auto. Er wurde in einen Unfall verwickelt. Nachdem er dem Besitzer die Sachlage erklärt hatte, brachte er das Auto in die Werkstatt und sagte dem Automechaniker: „Ich möchte, daß Sie das Auto so herrichten, daß es in einem besseren Zustand ist als vorher. Die Rechnung zahle ich.“ Das ist Treue im Umgang mit dem Besitz anderer!

Sind Sie treu im Umgang mit dem Besitz anderer Leute? Wie sieht es an der Arbeit mit dem Büromaterial aus? Lassen Sie mal einen Bleistift mitgehen? Vergeuden Sie Strom, wenn Sie die Nacht in einem Hotel verbringen? Wenn man Ihnen etwas leiht, ist es Ihnen dann ein Anliegen, den Gegenstand in gutem Zustand zurückzugeben? Gott vertraut manchen Menschen nichts mehr an, weil sie nachlässig mit dem Besitz anderer umgehen.

Nehmen Sie sich Zeit zum Beten und lassen Sie sich von Gott zeigen, wie es in den Punkten

- Verschwendung,

- Treue im Kleinen und

- Treue im Umgang mit dem Besitz Anderer bei Ihnen aussieht.